Datenschutzerklärung
Zeitspuren ist ein Tagebuch. Was du hineinschreibst, gehört zum Persönlichsten, was es gibt — deshalb steht hier nicht nur, was das Gesetz verlangt, sondern auch, wo die App deine Einträge tatsächlich nicht lesen kann und wo doch.
Stand: 28. Juli 20261Verantwortlicher
Verantwortlich für die Verarbeitung personenbezogener Daten in Zeitspuren ist:
Pasquale PretzschE-Mail: hello@pasquale.one
Die vollständige ladungsfähige Anschrift des Verantwortlichen findest du im Impressum.
Zeitspuren wird als privates Projekt ohne Gewinnerzielungsabsicht betrieben. Eine Datenschutzbeauftragte oder ein Datenschutzbeauftragter ist nicht bestellt; die Voraussetzungen des Art. 37 DSGVO und des § 38 BDSG liegen nicht vor.
2Der Grundgedanke: deine Einträge sind für uns nicht lesbar
Tagebucheinträge, Sprachnotizen und Rückblicke werden auf deinem Gerät verschlüsselt, bevor sie es verlassen. Der Schlüssel wird aus einer Passphrase abgeleitet, die nur du kennst (PBKDF2 mit SHA-256 und 210.000 Iterationen), die Verschlüsselung selbst ist AES-GCM. Der Schlüssel wird nie übertragen und nie gespeichert, sondern bei jeder Sitzung neu aus deiner Passphrase gebildet.
Für den Server und für Google Drive bedeutet das: dort liegen unlesbare Zeichenfolgen. Der Betreiber dieser App kann deine Einträge nicht entschlüsseln, nicht durchsuchen und nicht auf behördliche Anforderung herausgeben — es gibt technisch nichts herauszugeben.
Der Preis dafür ist unumkehrbar: Vergisst du deine Passphrase, sind deine Einträge verloren. Es gibt keinen Wiederherstellungsweg und keine Hintertür.
Eine Ausnahme gibt es, und sie ist wichtig genug, um einen eigenen Abschnitt zu bekommen: die KI-Funktionen in Abschnitt 6. Dort verlässt Klartext dein Gerät.
3Anmeldung mit deinem Google-Konto
Die Anmeldung läuft ausschließlich über Google (OAuth 2.0). Ein eigenes Passwort gibt es nicht. Von Google erhält Zeitspuren dabei folgende Daten:
- deinen Namen und dein Profilbild, wie in deinem Google-Konto hinterlegt
- deine E-Mail-Adresse und die Angabe, ob Google sie als bestätigt führt
- deine Google-Konto-Kennung
- ein Zugriffs- und ein Erneuerungstoken für die unter Abschnitt 4 beschriebene Drive-Anbindung
Diese Daten liegen ausschließlich in einem signierten und verschlüsselten Sitzungs-Cookie in deinem Browser. Es gibt keine Nutzerdatenbank: Zeitspuren führt kein Konto über dich, das über die laufende Sitzung hinaus bestünde. Die Sitzung läuft nach 30 Tagen ab.
Angefordert werden genau vier Berechtigungen: openid, email und profile für die Anmeldung sowie drive.file für die Sicherung. Weitergehende Berechtigungen fordert die App nicht an; du siehst sie im Google-Zustimmungsfenster vollständig, bevor du zustimmst.
Zweck ist die Bereitstellung eines persönlichen, gegen fremden Zugriff geschützten Tagebuchs. Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. b DSGVO — die Verarbeitung ist zur Erfüllung des Nutzungsverhältnisses erforderlich, ohne Anmeldung kann die App dir deine eigenen Einträge nicht zuordnen.
Zeitspuren gibt von Google erhaltene Daten nicht an Dritte weiter, verwendet sie nicht für Werbung, nicht zur Profilbildung und nicht zum Training von KI-Modellen, und nutzt sie ausschließlich für die in dieser Erklärung beschriebenen, für dich sichtbaren Funktionen. Die Verwendung von Informationen aus Google-APIs erfolgt im Einklang mit der Google API Services User Data Policy einschließlich der darin geregelten Limited-Use-Anforderungen.
4Sicherung in deinem Google Drive
Wenn du die Drive-Sicherung freigibst, legt Zeitspuren in deinem eigenen Google Drive einen sichtbaren Ordner an und speichert deine Einträge dort — monatsweise und ausschließlich als Chiffretext.
Die dafür genutzte Berechtigung drive.file ist die engste, die Google für diesen Zweck anbietet: Sie gibt der App Zugriff nur auf Dateien, die die App selbst angelegt hat. Auf jede andere Datei in deinem Drive hat Zeitspuren keinen Zugriff und kann sie auch nicht auflisten.
Die Dateien liegen in deinem Speicherplatz, nicht in unserem. Für sie gilt zusätzlich die Datenschutzerklärung von Google. Rechtsgrundlage ist deine Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO, die du im Google-Zustimmungsfenster erteilst und jederzeit widerrufen kannst (siehe Abschnitt 12). Ohne diese Freigabe funktioniert die App weiter — dann bleiben die Einträge nur auf dem Gerät.
5Speicherung auf deinem Gerät
Zeitspuren legt auf deinem Gerät ab:
- Einträge, Rückblicke und noch nicht übertragene Sprachaufnahmen in der Datenbank des Browsers (IndexedDB) — verschlüsselt wie in Abschnitt 2 beschrieben.
- Einstellungen ohne Personenbezug im lokalen Speicher des Browsers: gewählte Farbwelt, Hell- oder Dunkelmodus und der Stand des letzten Abgleichs.
- Ein Sitzungs-Cookie für die Anmeldung (siehe Abschnitt 3).
All das ist technisch erforderlich, damit die App das tut, wozu du sie aufgerufen hast. Eine Einwilligung nach § 25 Abs. 1 TDDDG ist dafür nicht nötig; es greift die Ausnahme des § 25 Abs. 2 Nr. 2 TDDDG. Zeitspuren setzt keine Cookies zu Analyse-, Werbe- oder Wiedererkennungszwecken und bindet keine Dienste Dritter ein, die das täten. Deshalb gibt es hier auch kein Einwilligungsbanner.
6KI-Funktionen über Google Gemini — hier verlässt Klartext dein Gerät
Vier Funktionen brauchen ein KI-Modell und können deshalb nicht mit verschlüsselten Daten arbeiten. Für sie wird der jeweilige Inhalt im Klartext an die Gemini-Schnittstelle von Google übertragen:
- Transkription — die Audioaufnahme deiner gesprochenen Antwort.
- Sortierung und Verschlagwortung — der Text eines abgeschlossenen Eintrags.
- Rückblicke — die Texte der Einträge eines Zeitraums.
- Vorlesen — der Text, der zu Sprache werden soll.
Zeitspuren selbst speichert bei diesen Vorgängen nichts: die Anfrage wird durchgereicht, das Ergebnis geht zurück an dein Gerät und wird dort verschlüsselt abgelegt. Auf den Servern der App verbleibt kein Inhalt.
Wichtig, und bewusst nicht beschönigt: Der Gemini-Zugang wird derzeit im kostenlosen Tarif genutzt. Nach den Gemini-API-Bedingungen verwendet Google die dort übermittelten Inhalte, um eigene Produkte und Dienste sowie Machine-Learning-Technologien bereitzustellen und weiterzuentwickeln; menschliche Prüferinnen und Prüfer können Ein- und Ausgaben lesen und annotieren. Google rät in denselben Bedingungen ausdrücklich davon ab, sensible, vertrauliche oder personenbezogene Daten zu übermitteln. Wenn dir das für dein Tagebuch zu weit geht, nutze die KI-Funktionen nicht: Tippen statt Sprechen, und der Eintrag ohne KI-Sortierung speichern — die App funktioniert vollständig ohne sie.
Rechtsgrundlage ist deine Einwilligung nach Art. 6 Abs. 1 lit. a DSGVO. Weil Tagebucheinträge regelmäßig auch besondere Kategorien personenbezogener Daten enthalten können — etwa Angaben zu Gesundheit, Weltanschauung, Sexualleben oder zu anderen Personen —, stützt sich die Übermittlung zusätzlich auf deine ausdrückliche Einwilligung nach Art. 9 Abs. 2 lit. a DSGVO. Du erteilst sie, indem du eine KI-Funktion nutzt, und kannst sie jederzeit für die Zukunft widerrufen, indem du sie nicht mehr nutzt. Die Rechtmäßigkeit der bis dahin erfolgten Verarbeitung bleibt davon unberührt (Art. 7 Abs. 3 DSGVO).
Bedenke dabei, dass Einträge auch Angaben über Dritte enthalten können, die selbst nicht eingewilligt haben. Für die KI-Funktionen gilt deshalb dieselbe Zurückhaltung, die für jede Weitergabe fremder Daten gilt.
7Hosting und Server-Protokolle
Die App wird bei der Vercel Inc. (San Francisco, USA, mit Verarbeitung auch in der EU) betrieben. Beim Abruf fallen dort technische Protokolldaten an: IP-Adresse, Zeitpunkt, aufgerufene Adresse, übertragene Datenmenge, Statuscode, Herkunftsseite und Angaben zu Browser und Betriebssystem.
Zweck sind Auslieferung, Stabilität und die Abwehr von Angriffen. Rechtsgrundlage ist Art. 6 Abs. 1 lit. f DSGVO; das berechtigte Interesse liegt im sicheren und funktionsfähigen Betrieb. Mit Vercel besteht ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO.
Tritt in einer Serverfunktion ein Fehler auf, wird der Fehler protokolliert — Statuscode und Fehlermeldung des jeweiligen Dienstes, nicht der Inhalt deines Eintrags.
8Übermittlung in Drittländer
Google und Vercel verarbeiten Daten auch in den Vereinigten Staaten. Beide Unternehmen sind nach dem EU-US Data Privacy Framework zertifiziert; die Europäische Kommission hat für danach zertifizierte Unternehmen mit Beschluss vom 10. Juli 2023 ein angemessenes Schutzniveau festgestellt (Art. 45 DSGVO). Ergänzend gelten die Standardvertragsklauseln der Kommission (Art. 46 Abs. 2 lit. c DSGVO).
Trotz dieser Grundlagen lässt sich nicht ausschließen, dass US-Behörden auf Daten zugreifen. Für deine Einträge ist dieses Risiko durch die Verschlüsselung aus Abschnitt 2 praktisch gegenstandslos — für die Inhalte, die du an die KI-Funktionen gibst, ist es das nicht.
9Empfänger im Überblick
- Google Ireland Limited / Google LLC — Anmeldung, Drive-Sicherung, Gemini. Empfängt Kontodaten, Chiffretext der Sicherung und, bei Nutzung der KI-Funktionen, Klartext.
- Vercel Inc. — Hosting. Empfängt Protokolldaten sowie durchgereichte Anfragen.
Weitere Empfänger gibt es nicht. Es findet kein Verkauf, keine Vermietung und keine Weitergabe zu Werbezwecken statt.
10Speicherdauer
- Einträge bleiben, bis du sie löschst — auf dem Gerät und, falls freigegeben, in deinem Drive.
- Sprachaufnahmen liegen nur so lange auf dem Gerät, bis sie transkribiert sind, und werden danach entfernt.
- Die Sitzung endet spätestens nach 30 Tagen oder wenn du dich abmeldest.
- Server-Protokolle werden von Vercel nach dessen Aufbewahrungsfristen gelöscht, üblicherweise binnen weniger Tage.
11Deine Rechte
Dir stehen gegenüber dem Verantwortlichen die folgenden Rechte zu:
- Auskunft über die zu dir verarbeiteten Daten (Art. 15 DSGVO)
- Berichtigung unrichtiger Daten (Art. 16 DSGVO)
- Löschung (Art. 17 DSGVO)
- Einschränkung der Verarbeitung (Art. 18 DSGVO)
- Datenübertragbarkeit (Art. 20 DSGVO) — die App bietet dafür einen eigenen Export an
- Widerspruch gegen Verarbeitungen auf Grundlage berechtigter Interessen (Art. 21 DSGVO)
- Widerruf erteilter Einwilligungen mit Wirkung für die Zukunft (Art. 7 Abs. 3 DSGVO)
Ein Hinweis zur Auskunft, der ehrlicher ist als das übliche Formular: Da deine Einträge verschlüsselt liegen, kann eine Auskunft sie nicht enthalten — sie sind für den Verantwortlichen kein lesbarer Datenbestand. Vollständigen Zugriff auf sie hast allein du, in der App.
Wende dich für alle Anliegen an hello@pasquale.one.
Unabhängig davon steht dir ein Beschwerderecht bei einer Datenschutz-Aufsichtsbehörde zu (Art. 77 DSGVO), insbesondere in dem Mitgliedstaat deines Aufenthaltsorts, deines Arbeitsplatzes oder des Orts des mutmaßlichen Verstoßes. Zuständig für den Verantwortlichen ist der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit.
12Zugriff entziehen und Daten löschen
- Einträge löschen: in der App, einzeln oder vollständig unter „Schutz“.
- Drive-Sicherung entfernen: den von Zeitspuren angelegten Ordner in deinem Google Drive löschen.
- Zugriff der App auf dein Google-Konto beenden: unter myaccount.google.com/permissions. Damit erlöschen Anmeldung und Drive-Berechtigung sofort.
- Lokale Daten entfernen: die Websitedaten für diese Adresse im Browser löschen oder die installierte App entfernen.
13Keine automatisierte Entscheidungsfindung, keine Werbung
Es findet keine automatisierte Entscheidungsfindung einschließlich Profiling im Sinne des Art. 22 DSGVO statt. Die KI ordnet und fasst zusammen; sie trifft keine Entscheidungen, die dir gegenüber rechtliche Wirkung entfalten oder dich in ähnlicher Weise erheblich beeinträchtigen.
Es gibt keine Werbung, kein Tracking, keine Reichweitenmessung und keine Weitergabe zu Werbezwecken.
14Mindestalter
Zeitspuren richtet sich an Personen ab 16 Jahren. Jüngere Personen dürfen die App nur mit Zustimmung der Sorgeberechtigten nutzen (Art. 8 DSGVO in Verbindung mit § 3 BDSG-Fassung des deutschen Rechts).
15Änderungen dieser Erklärung
Diese Erklärung wird angepasst, sobald sich die Verarbeitung ändert — sie beschreibt den tatsächlichen Stand der App und nicht eine Absicht. Der jeweils gültige Stand steht oben auf dieser Seite. Bei wesentlichen Änderungen wirst du in der App darauf hingewiesen, bevor sie wirksam werden.
Fragen zu einzelnen Punkten beantwortet der Verantwortliche gern; die Anschrift steht im Impressum.